von Stefanie Thomas Dipl. oec.troph.
Die Menge an Körperfett ist zur Beurteilung des Gesundheitszustandes aussagekräftiger als das Körpergewicht.
Eine genaue Messung
ist aber die Voraussetzung dafür. Zur Erfassung des Fettgehaltes werden für den Verbraucher Körperfettwaagen angeboten, die mehr oder weniger genaue Aussagen über den Körperfettgehalt machen können.
Die Körperfettwaagen basieren auf der Methode der Bioelektrischen Impedanz Analyse (BIA).
Dabei wird ein schwacher nicht spürbar und gesundheitlich unbedenklicher Strom durch den Körper geleitet und wandert von einem Fuß zum anderen. Je größer der Widerstand ist, umso höherist der Körperfettanteil. Fettgewebe blockiert oder behindert das Signal, während Muskeln das Signal schnell weiterleiten.
Der Unterschied in der Leitfähigkeit liegt an dem unterschiedlichen Wassergehalt von Fett und Muskeln. Muskeln bestehen zu 70 Prozent aus Wasser, während Fett nur 5 bis 13 Prozent Wasser enthält. Unter Berücksichtigung von Alter, Geschlecht, Körpergröße und Gewicht kann der Anteil der Mager- und Fettmasse bestimmt werden.
Daraus kann der Körperfettgehalt errechnet werden.
Die wichtigsten Vorteile der BIA- Methode sind eine sehr einfache Handhabung und die kostengünstige Beschaffung. Nachteilig ist jedoch, dass die Messungen mit handelsüblichen Körperfettwagen relativ ungenau sind, da sie nur einen Teil des Körpers berücksichtigen und hohe Schwankungen bzw. Unterschiede zwischen verschiedenen Geräten auftreten können.
Die Werte sind stark abhängig vom Wassergehalt im Körper. Dieser verändert sich z.B. im Laufe des Tages und abhängig vom Trinkverhalten, bei Frauen auch innerhalb des Monatszyklus. Dehydration z. B. nach dem Sport oder nach Alkoholgenuss verfälscht das Ergebnis ebenso wie schwitzende oder eingecremte Füße.
Wer eine solche Waage besitzt, sollte daher beachten, regelmäßig zu messen. Nur bei regelmäßigen Messungen unter gleichen Bedingungen (z.B. Messung immer zur gleichen Tageszeit, die letzte Nahrungs- und Getränkeaufnahme sollte gleich lang zurückliegen) können aussagekräftige Tendenzen ermittelt werden. Nur die Ergebnisse von ein und derselben Körperfettwaage sind vergleichbar.
Risiken bei einer Körperfettwaage
Eine Körperfettwaage sollte nicht von Schwangeren und Personen mit einem Herzschrittmacher verwendet werden! Der Stromfluss könnte den Herzschrittmacher beeinflussen!
Kritik?
Bezüglich des Krankheitsrisikos ist nicht nur das gesamte Körpergewicht und die Körperfettmasse, sondern vielmehr die Fettverteilung von Bedeutung. Besonders nachteilhaft wirken sich hier Fettdepots im Bauchraum und an den inneren Organen aus, denn dieses „innere Fett“ beeinflusst den Zucker- und Fett-Stoffwechsel.
Zudem gibt es keine Normalwerte zum Körperfettgehalt: Die Werte hängen von Alter, Geschlecht und Körperbau ab. Zwanzigjährige Männer weisen z.B. im Durchschnitt eine Fettmasse von 18% auf, mit 45 Jahren steigt der Körperfettanteil auf 22-24% an. Junge Frauen haben dagegen schon mit 20 Jahren eine Körperfettmasse von 25%.
Bei konstantem Gewicht kann sich also der Anteil des Fettes im Laufe des Lebens erhöhen.
Aussagekräftig ist also nur eine langfristige Beobachtung der Körperfettwerte unter Berücksichtigung des Alters und des Geschlechtes!