von Dipl. oec. troph. Stefanie Thomas
Lange, bevor sich das Osterfest als christliches Fest etabliert hat, wurde Ostern schon als das Fest des Frühlingsanfangs gefeiert. In christlicher Zeit legte man dann das Fest der Auferstehung Christi mit dem Fest zum Frühlingsanfang zusammen.
Beim Osterfest handelt es sich um ein “bewegliches” Fest. Es wird jedes Jahr nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert und markiert einen Neubeginn. Der karge Winter ist überstanden und ein zahlreiches Angebot an Lebensmitteln steht nun wieder zur Auswahl. Die lange Fastenzeit ist abgeschlossen und es darf nach Herzenslust geschlemmt werden.
Warum Oster-Eier?
Während der langen Fastenzeit vor Ostern war es verboten, Eier zu essen. Dadurch entstand ein Problem: Die Hühner legen weiter Eier. Daher wurden die Eier gekocht oder als Soleier eingelegt, um sie bis zu dem Verzehr nach der Fastenzeit (sprich Ostern) haltbar zu machen.
In früheren Zeiten war oftmals um diese Jahreszeit auch die jährliche Pacht fällig, die auch in Naturalien beglichen wurde. Da keine Eier gegessen werden durften und sich in dieser Zeit viele Eier ansammelten, eigneten sie sich hervorragend als Pachtzahlung (sogenannte Pachteier).
Die Eier boten sich auch als symbolhafte Geschenke, als Ostereier (Pascheier; lat.: ove paschalia) an. Das Schenken von Eiern zu Ostern bei den Christen lässt sich schon in den ersten christlichen Jahrhunderten in Armenien nachweisen.
Noch heute finden wir den Brauch in Griechenland, sich nach dem Ostergottesdienst rote Eier zu überreichen. Die rote Farbe sollte das Blut Christi darstellen. Eventuell ist dies der Ursprung der gefärbten Eier.
Eier galten als Symbol der Fruchtbarkeit und für die Erneuerung der Natur. Deshalb haben die Christen das Osterei als Symbol für die Auferstehung Christi und als Symbol des Lebens übernommen.
Traditionelles Osteressen
Das deutsche Osterfrühstück besteht aus gebackenem Osterbrot, dem Osterstriezel, das mit verschiedenen Beilagen genossen wird. Und natürlich gibt es das Oster-Ei.
Zur Mittagszeit kommt häufig ein Lammgericht auf den Tisch. In allen nur erdenklichen Variationen, ob als Keule oder Rücken. Mit Wacholdersauce, frischem Gemüse, grünen Bohnen oder jungen Möhrchen kombiniert. Alternativ dazu wird auch oft Hasenbraten oder Gans aufgetischt.
Traditionelles Gebäck zur Kaffeezeit ist der Osterkranz aus Hefeteig, das Osterlamm aus Rührteig oder eine Ostertorte.
Das Abendessen fällt eher klein aus. Obligatorisch ist der Eiersalat.
Wir wünschen Ihnen ein frohes Osterfest!